CAT-Tools

Hier ein Einstieg in das Thema CAT-Tools. So übersetzen die Profis von Heute.

1. Trados&Co – Übersetzungshilfen für den Profi

Übersetzungen müssen preisgünstig erstellt werden!

Unsere Kunden benötigen preiswerte Übersetzungen auf einem sehr hohen Qualitätsniveau und kurze Lieferzeiten. Diesen sich widersprechenden Anforderungen kann man nur begegnen, wenn man seinen Workflow optimal definiert hat. Moderne Software Tools in der Übersetzungsbranche, sogenannte CAT-Tools, tragen ihren Teil dazu bei.

Die folgenden kleinen Artikel sollen Ihnen helfen, einen grundlegenden Überblick über die Funktionen und die Leistungsfähigkeit von CAT-Tools zu erhalten. Selbstverständlich kann im Rahmen dieses Blogs dieses Thema nicht erschöpfend bearbeitet werden.
Wir bieten Ihnen aber gern an, Ihre Fragen in einem persönlichen Gespräch mit uns zu klären.

Eine kleine Begriffserklärung vorab

Unter dem Begriff “CAT-Tools” versteht man Computer-Aided-Translation Programme. Es sind also Programme, die den Übersetzer unterstützen. Nicht zu verwechseln mit Übersetzungsprogrammen (Machine Translations), die die Übersetzungen auf Grund von Wahrscheinlichkeiten und Regeln durchführen, wie zum Beispiel “Google-Translate”.

Welche Programme sind die gängigsten?

Wie bei jedem Softwareprodukt, gibt es eine Vielzahl von Produkten mit ähnlichem Funktionsumfang. An dieser Stelle sollen nur ein paar wenige Tools genannt werden, die im deutschsprachigen Raum überwiegend eingesetzt werden.
Da ist auf jeden Fall das CAT-Tool “Trados” aus dem Haus SDL-Trados zu nennen. Dieses Produkt ist seit vielen Jahren auf dem Markt etabliert und jeder Übersetzer wird es kennen. Im englischsprachigen Raum ist eher das Produkt “SDL” bekannt. Seit der Fusion der beiden Häuser SDL und Trados ist die Austauschbarkeit der Daten deutlich verbessert worden.
Als weiteres Produkt ist “Across” aus dem gleichnamigen Haus zu nennen. Auch wenn Across noch nicht über eine so lange Marktpräsenz verfügt, wie Trados, ist die Verbreitung doch in einem hohen Maß realisiert.
Weitere Tools, wie MemoQ, Wordfast, DÉJÀ VU oder Transit, um nur einige zu nennen, sind ebenfalls am Markt gut vertreten und jedes für sich hat seine Spezialität.
In den letzten Jahren finden sich immer mehr Softwarehäuser, die ähnliche Produkte auf den Markt bringen, so dass zurzeit viel Bewegung in Sachen CAT-Tools zu vermelden ist.

2. Was ist ein Translation Memory?

Ein Translation-Memory oder kurz TM ist eine Datenbank, die Übersetzungseinheiten abspeichert. Ein TM ist damit ein elementarer Bestandteil eines CAT-Tools.
Während des Übersetzungsprozesses werden in dieser Datenbank der Ausgangstext (satzweise) und die dazugehörige Übersetzung (ebenfalls satzweise) abgespeichert.
Ist ein einmal übersetzter Satz mehrfach in einem Text vorhanden oder wird er in einer anderen Übersetzung benötigt, so schlägt das CAT-Tool dem Übersetzer die entsprechende Übersetzung vor.
Die Übereinstimmung muss dabei nicht 100%tig sein. Eine weitgehende Ähnlichkeit reicht schon aus, damit dem Übersetzer der Text vorgeschlagen wird.
Natürlich entscheidet der Übersetzer, ob er den vorgeschlagenen Text übernimmt, modifiziert oder verwirft.
Gerade bei Projekten mit wiederkehrenden Texten, wie Stücklisten, Katalogen, Gebrauchsanleitungen kann der Einsatz von TM´s den Übersetzungsprozess sicherer, schneller und kostengünstiger machen.
Selbstverständlich ist es üblich, ein TM pro Sprachkombination und pro Kunde an zu legen und zu verwalten.

3. Was ist eine Termbase?

Eine Terminologiedatenbank oder Termbase ist eine Datenbank, in der die Übersetzung einzelner Begriffe in mehreren Sprachen hinterlegt wird. Es können auch wichtige Zusatzinformationen für den Übersetzer mit hinterlegt werden. Taucht ein Begriff aus der Termbase im zu übersetzenden Text auf, wird der festgelegte fremdsprachige Begriff aus der Termbase vorgeschlagen.

Die Termbase wird durch das Projektmanagement erstellt. Grundlage dafür ist ein Glossar des Kunden, das uns z.B. als Excel-Tabelle zur Verfügung gestellt wird. Die Termbase kann jederzeit geändert und erweitert werden.

4. Was können diese Tools?

Der Grundgedanke war und ist, dass ein einmal übersetztes Segment (also ein Satz oder eine Übersetzungseinheit) nicht mehrfach übersetzt werden muss.
Kommt also beispielsweise in einer Gebrauchsanweisung der Satz “Die Klebeflächen müssen sauber und staubfrei sein.” mehrmals vor oder in folgenden Anweisungen wieder vor, wird der Satz bei Bearbeitung mit einem CAT-Tool nur einmal neu übersetzt und als zweisprachiges Segment gespeichert.
Ein Segment definiert sich immer durch ein Segmentendezeichen. Diese Zeichen sind Satzendezeichen, wie Punkt, Ausrufezeichen, Fragezeichen oder ein harter Umbruch (Enter).
Das CAT-Tool führt mit dem Quelltext eine Segmentierung durch, indem der Text laut Segmentendezeichen “zerstückelt” wird.
Dadurch entstehen kleine Einheiten, die eben durch diese Segmentendezeichen definiert sind.
Wird also ein solches Segment übersetzt, wird dieses als zweisprachiger Datensatz in der Datenbank (Translation Memory oder kurz TM) gespeichert.
Taucht in einem neuen Dokument dieses Segment noch einmal auf, wird dem Übersetzer die gespeicherte Übersetzung aus dem TM vorgeschlagen.
Wird in einem neuen Dokument der Ausgangssatz abgeändert, wird dem Übersetzer angezeigt, dass ein ähnlicher Satz bereits vorliegt und er kann entscheiden, in wie weit er übernommen oder angepasst werden muss.
Einen weiteren besonderen Vorteil bieten diese Tools in Verbindung mit Fachbegriffen. Also sogenannten “Terminologielisten“.
Wir kennen die Situation, dass es für einen Begriff viele Synonyme geben kann. Nehmen wir das Beispiel für “Lampe”. Man kann auch Leuchte, Glühbirne, Glühlampe, Strahler, Leuchtmittel und ähnliche Begriffe verwenden. Muss man sich aber auf einen Begriff festlegen, ist es hilfreich, wenn man einen Begriff definiert und auch dessen Übersetzung. Für solche Fälle werden Terminologie-Datenbanken angelegt.
Diese Datenbanken werden im CAT-Tool hinterlegt und bei Übersetzungen werden Begriffe, die sich in der Termliste befinden und im Quelltext auftauchen dem Übersetzer automatisch vorgeschlagen, ohne dass er sie suchen muss.
Der Vorteil solcher CAT-Tools besteht also nicht nur in der Wirtschaftlichkeit und der effektiveren Arbeitsweise sondern auch darin, dass unabhängig vom Übersetzer einheitliche Begriffe gewählt werden.

5. Wo sind die Grenzen von CAT-Tools?

Zunächst ist die erste Grenze ganz banal.

Alle CAT-Tools benötigen als Ausgangsdokument eine Datei, dessen Inhalt maschinell gelesen werden kann. Werden Texte als Beispiel in Bildern wieder gegeben, funktionieren diese Tools nicht. Immer häufiger kommen PDF-Dateien zum Einsatz. Auch hier ist es so, dass dieses Dateiformat nicht sicher und ohne Vorbereitung bearbeitet werden kann. Inzwischen werden zwar Möglichkeiten angeboten, diese führen aber häufig nicht zum gewünschten Ziel und es ist einige Vorarbeit durch das Projektmanagement nötig, um die Dateien so vorzubereiten, dass sie dem Übersetzungsprozess mit CAT-Tool zugeführt werden können.
Ebenso kann eine Software noch immer nicht den Inhalt eines Textes so erfassen, wie ein Mensch. Wenn ein einzelner Begriff ohne Kontext zu übersetzen ist, wie zum Beispiel der Begriff “Bank” kann das System nicht entscheiden, um welche Bank es sich handelt. Steht dieser Begriff völlig ohne Zusammenhang, kann das der menschliche Übersetzer natürlich auch nicht. Steht die Bank aber im Garten, so ist dem menschlichen Übersetzer klar, um was es sich handelt.
Auch wenn die CAT-Tools in den letzten Jahren enorme Entwicklungen erlebt haben, so bleiben sie lediglich eine Unterstützung für den Übersetzer und sind kein Ersatz für ihn.

6. Wann macht der Einsatz von CAT-Tools Sinn?

CAT-Tools werden sinnvollerweise immer dann eingesetzt, wenn zu erwarten ist, dass sich viele Wiederholungen ergeben, eine einheitliche Terminologie gefragt ist und natürlich wenn übersetzte Texte in einem Translation Memory für die spätere Verwendung gespeichert werden sollen.

Mit Hilfe der CAT-Tools schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe:

1. Sie erhalten eine gleichbleibend gute Qualität und konsistente Texte auch über einen längeren Zeitraum und bei Einsatz unterschiedlicher Übersetzer
2. Die Übersetzungen werden günstiger, da sowohl die Wiederholungen genutzt werden können als auch bereits vorhandene Einträge im translation memory.

Voraussetzung für die Bearbeitung mit CAT-Tools ist ein offenes Dateiformat, also z.B. alle Formate aus Microsoft Office (Word, Excel, PowerPoint), xml, etc.
Einen besonderen Vorteil bieten CAT-Tools auch im Bereich Fremdsprachensatz. Dateiformate wie das Format “inx” oder “idml” von Adobe InDesign können von Tools wie z.B. Trados oder Across direkt eingelesen werden. Das bedeutet, dass der Übersetzer den extrahierten Text direkt in einem Editor bearbeiten kann, ohne dass er über Adobe InDesign verfügen muss. Der Kunde erhält eine übersetzte idml-Datei zurück, die er direkt in Adobe InDesign öffnen und weiter verarbeiten kann. Ein Kopieren von Texten aus Word in das dtp-Programm ist damit nicht mehr nötig. Damit kann der Aufwand für den Fremdsprachensatz also deutlich reduziert werden.
Gern beraten wir Sie dazu persönlich. Sprechen Sie uns einfach an.

Fazit

CAT-Tools sind unterstützende Werkzeuge für einen professionellen und geübten Übersetzer. Mit Hilfe dieser Tools ist es möglich, Übersetzungen auf einem hohen Qualitätsniveau in kurzer Zeit und wirtschaftlich zu erstellen. Allerdings müssen dafür auch entsprechende Bedingungen eingehalten werden.
Nur erfahrene Experten sind in der Lage, ein wirtschaftlich effizientes Arbeiten mit diesen Tools sicherzustellen.
Ihren besonderen Vorteil spielen diese Tools aus, wenn Texte übersetzt werden müssen, in denen viele Wiederholungen enthalten sind. Dies gilt auch für Texte, die aufgrund verschiedener Versionen über eine große Redundanz verfügen.
Einen zusätzlichen Vorteil bieten CAT-Tools dadurch, dass in vielen Fällen das native Programm, in dem der Text erstellt wurde, nicht benötigt wird. Dies kann sich wiederum zusätzlich kostengünstig auf nachgeschaltete Prozesse, wie den Fremdsprachensatz, auswirken.
Nicht zu vergessen, sind die Vorteile im Bereich der Verwendung von definierten Terminologien.

CAT-Tools sind also eine wesentliche Grundlage für wirtschaftliche und effektive Übersetzungsprozesse.

Für weitere Informationen stehen Ihnen die Projektleiter von transmit-Deutschland gern zur Verfügung.

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